Zwischenkirchliche Gespräche in St. Louis und Fort Wayne
SELK: Prof. Dr. Klän von USA-Reise zurückgekehrt
St. Louis / Fort Wayne (USA) / Oberursel, 27.1.2012 – selk – Von einem gut zehntägigen Besuch bei der Lutherischen
Kirche–Missouri Synode (LCMS), der US-amerikanischen Schwesterkirche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), ist Prof. Dr. Werner Klän von der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel
der SELK jetzt zurückgekehrt. In St. Louis habe er unter anderem mehrere Gespräche mit dem Präsidenten Rev. Dr. Matt Harrison, dem ersten Vizepräsidenten Rev. Dr. Herb Mueller und dem Vorsitzenden der Theologischen
Kommission, Rev. Dr. Joel Lehenbauer, führen könne, so Klän. Dabei habe er die Anliegen einer verstärkten Kooperation zwischen den Theologischen Kommissionen beider Kirchen, einer verstärkten Zusammenarbeit
innerhalb des Internationalen Lutherischen Rates (ILC), in dem weltweit lutherische Bekenntniskirchen zusammenarbeiten, und das Projekt eines Dialogs zwischen ILC und römisch-katholischer Kirche auf Weltebene zur
Sprache bringen können. Harrison habe zum Ausdruck gebracht, dass die Themen, die in einem konkordienlutherisch-römisch-katholischen Gesprächsgang erörtert werden könnten, für ihn hochrangige Priorität haben –
so etwa die Amtsfrage, die Gender-Thematik sowie ethische und anthropologische Fragestellungen. In den USA gibt es auf unterschiedlichen Ebenen bereits bilaterale Kontakte zwischen der LCMS und der
römisch-katholischen Kirche. Lehenbauer habe sich ausdrücklich für eine engere Vernetzung der Theologischen Kommissionen ausgesprochen.
Auch Besuch der theologischen Ausbildungsstätten in St. Louis und Fort Wayne gehörten zum Programm der Reise, die auf Einladung leitender
Verantwortlicher des Concordia-Seminars Fort Wayne zustande gekommen war. Dabei sei unter anderem die Frage der Ordination von Frauen debattiert worden. Beide Kirchen haben in ihren Ordnungen die Ordination von
Frauen ausgeschlossen. Klän konnte über den Stand der innerkirchlichen Debatte zu dieser Frage berichten. Erste Überlegungen zu einem internationalen Hermeneutik-Symposium im Jahr 2013 seien angestellt worden.
Auch die Teilnahme an Einzelveranstaltungen der exegetischen und systematischen Symposia, der vom 17. bis zum 20. Januar am Seminar in Fort
Wayne stattfanden, war Klän im Rahmen des USA-Besuches möglich.
Schließlich konnte der Oberurseler Hochschullehrer auch Fragen zum Studentenaustausch erörtern. Es gehört zur Tradition der zwischenkirchlichen
Beziehungen, dass immer wieder Studenten der LCMS in Oberursel und Studenten der SELK in St. Louis oder Fort Wayne einige Semester verbringen. In Gesprächen mit Austauschstudenten, die er während seiner USA-Reise
habe führen können, sei ihm erneut deutlich geworden, dass „diese Programme ganz den ihnen zugedachten Zweck erfüllen: Fremdwahrnehmung und Eigenwahrnehmung zu stärken, kritische Betrachtung der eigenen
theologisch-kirchlichen Herkunft in der Begegnung mit der Schwesterkirche anzuregen, und dies auf beiden Seiten des Atlantik.“
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